Nicht erst seit der jüngsten #Aufschrei-Sexismus-Affäre geraten Journalisten und Politiker in ein Spannungsverhältnis. Gerade erschienen ist ein Buch von Studierenden der Uni Tübingen, für das Sie prominente Politiker, einflussreiche Journalisten und desillusionierte Skandalopfer interviewt haben. Ich habe das Buch im radioeins-Medienmagazin (rbb) vom 02.02.2013 vorgestellt.
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..müssen in Griechenland offen gelegt werden. Veröffentlichen müssen Politiker auch die Namen der Banken, bei denen sie ihr Vermögen verwalten lassen, sowie welche Immobilien und Wertpapiere sie besitzen. Bis zum 13. Januar 2013 können Bürger alles auf der Seite des griechischen Parlaments einsehen.
Nicht nur der Steuergerechtigkeit wegen, sondern auch um den Staatshaushalt in Griechenland zu sanieren, würde es helfen, Steuerflüchtige ausfindig zu machen. Da offenbar die staatlichen Stellen damit “überfordert” sind, suchen inzwischen Journalisten nach potentiellen Steuersündern. Allen voran Kostas Vaxevanis, Chefredakteur des Investigativmagazins “HOT DOC.”
Er hat die sogenannte Lagarde-Liste mit Namen von Personen, die große Vermögen auf der Schweizer Bank HSBC besitzen, veröffentlicht. Dafür wurde er wegen Verletzung des Datenschutzes am 28.10.2012 verhaftet. Kurz vorher twitterte er noch:
“Sie betreten jetzt das Haus mit der Staatsanwaltschaft. Sie verhaften mich. Verbreitet es”
Μπαίνουν στο σπίτι με εισαγγελέα τωρα. Με συλλαμβάνουν. Διαδωστε
Am 01.11.2012 wurde Kostas Vaxevanis jedoch mit Hilfe einer Vielzahl von Unterstützern freigesprochen. Ich habe für das radioeins-Medienmagazin vom 03.11.20012 die Story und Hintergründe recherchiert:
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Doku in der Reihe ZDF:zeit
ZDF, 08.05.2012, 20:15 Uhr
Autoren: Michael Haselrieder, Karl Hinterleitner, Reinhard Laska
Producerin: Eleni Klotsikas
Mitarbeit: Susanne Biedenkopf-Kürten, Magdalena Szaniawska-Schwabe
Kamera: Axel Brandt, Wolfgang Lindig
Ton: Vincent Muhsik, Sascha Zenker
Schnitt: Regina Fischer
Im Mai 2010 wurde beschlossen, dass die 16 Länder der Eurozone Griechenland zu folgenden Zinssätzen Geld leihen:
4,2 Prozent in den ersten drei Jahren
5,2 Prozent im 4. und 5. Jahr.
Im Mai/Juni 2011 als klar wurde, dass die Rechnung nicht aufgeht, wurde der Zinssatz auf 3,2 Prozent gesenkt. Zu diesem Zeitpunkt konnten sich lediglich Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Finnland und Österreich zu günstigeren Konditionen Geld leihen als sie es an Griechenland weiterverleihen. Sie konnten von den Zinsgeschäften profitieren . Die übrigen Euroländer haben mit den Hilfskrediten an Griechenland Verluste gemacht.
Der Zinssatz des neuen Hilfspakets schwankt zwischen 2,0 und 2,5 Prozent. Inzwischen ist Deutschland das einzige Land, das sich billiger Geld leiht, um es an Griechenland weiter zu verleihen.
Erkenntnisse aus meinem Gespräch mit dem Unternehmensberater und ehemaligen Professor der Universität Columbia Giorgos Prokopakis, der bei den Wahlen im Juni 2012 auch für die Partei Drassi von Stefanos Manos kandidiert hat.
Einer von zwei Griechen hat seit den letzten 12 Monaten laut Umfrage der Zeitung “Eleftheros Typos” Schwierigkeiten Rechnungen zu bezahlen und sich etwas zum Essen zu kaufen.
45 Prozent der Befragten geben zu, manchmal sogar keinen Cent mehr für Lebensmittel ürbig zu haben.
In Griechenland sind fast eine Million Menschen arbeitslos gemeldet (Stand: April 2012). Die Gewerkschaften sind dazu aufgerufen im Eilverfahren Lohnverzichtserklärungen zu unterschreiben. Als erstes reagierten die Angestellten der Griechischen Nationalbank und unterschrieben, auf 17% ihres Gehalts zu verzichten.
Seit 1945 musste die orthodoxe Kirche 25% ihrer Einnahmen aus Mieten, Aktien, Taufen, Hochzeiten oder was auch immer versteuern. 1968 wurde das noch einmal auf 35% angehoben. 2004 wurde die Besteuerung der griechisch-orthodoxen Kirche abgeschafft und auch nicht in Zeiten der Krise wieder eingeführt. Jahre zuvor (1997) wurde die Kirche auch von der Besteuerung der sehr grossen Vermögenswerte ausgenommen. Und so bleibt die Kirche auch in Krisenzeiten verschont, während das normale Volk geschröpft wird.